Hopfenzertifizierung

Qualität ist alles

Auf ausgezeichnete Qualität und Transparenz bei der Produktion ihres Hopfens haben die deutschen Pflanzer schon immer großen Wert gelegt. Eine durchgängige Rückverfolgung jeder Hopfenpartie hinsichtlich Anbaugebiet, Sorte, Anbaujahr, Betrieb und Hopfengarten durch die Zertifizierung gewährleisten sie nicht erst seit Inkrafttreten der entsprechenden EU-Regelungen. Bereits im Jahre 1538 verlieh der Eichstätter Fürstbischof der Stadt Spalt das erste deutsche Hopfensiegel, um die Echtheit des aromatischen Spalter Hopfens zu dokumentieren. 1929 wurde erstmals ein einheitliches Gesetz für Deutschland erlassen – das Hopfenherkunftsgesetz, das 1996 vom Hopfengesetz abgelöst wurde. Heute regeln drei EU-Verordnungen, das Hopfengesetz auf Bundes- sowie die Verordnungen zur Durchführung des Hopfengesetzes auf Länderebene die Hopfenzertifizierung. Nach den Länderverordnungen sind in Deutschland sieben Hopfenanbaugebiete gesetzlich bestimmt (siehe Kasten übernächste Seite). Nur Hopfen, der in einem dieser Anbaugebiete erzeugt wird, kann auch zertifiziert und damit vermarktet werden. Die Kosten übernehmen die Hopfenerzeuger und der Handel.

Erstzertifizierung des Rohhopfens

Im Mai gibt der Hopfenpflanzer eine Hopfenanbauerklärung ab, in der er Auskunft über seine Anbaufläche und die angebauten Sorten gibt. Vom Hopfenpflanzerverband erhält er einen Erzeugerausweis und die Hopfensiegel. Nach der Ernte versiegelt und kennzeichnet der Hopfenpflanzer die Packstücke und erklärt die Herkunft des Hopfens, die vom Hopfenpflanzerverband bestätigt wird.
Jedes Packstück erhält ein Siegel mit der Bezeichnung „Deutscher Siegelhopfen“, auf dem außerdem vermerkt ist:

  • das Herkunftsland
  • das Anbaugebiet
  • der Jahrgangdie Sorte
  • Angabe, ob der Hopfen aufbereitet ist oder nicht

In der Siegelhalle, im Bescheinigungslager oder direkt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb wird der Hopfen abgewogen, das Gewicht auf dem Waagschein dokumentiert. Von den einzelnen Hopfenpartien zieht der Hopfenring Proben, die an ein neutrales Labor zur Qualitätsprüfung geschickt werden (siehe Kapitel „Neutrale Qualitätsprüfung). Sind die gesetzlichen Mindestanforderungen nicht erfüllt, wird der Hopfenring informiert. Eine Zertifizierung ist dann nicht möglich. Der Hopfen wird anschließend durch die Gemeinde oder durch den vom Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung (LKP) beauftragten Hopfenring zertifiziert. Dazu wird das Siegel auf den Packstücken mit einem Aufkleber mit der abschließenden Bezeichnung ergänzt.

Außerdem stellt der Hopfenring eine Begleiturkunde aus, auf der die Angaben des Hopfensiegels aufgeführt sind. Bei allen Schritten fehlt auch die Kontrolle nicht: Die Angaben der Hopfenanbauerklärung werden von Mitarbeitern der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung geprüft. Die Erklärung über die Herkunft des Hopfens durch den Pflanzer bestätigt der vom Hopfenpflanzerverband beauftragte Hopfenfachwart. Die Ergebnisse der Abwaage sowie die Zertifizierung kontrolliert die Regierung. Beim Hopfenring laufen alle Daten zusammen: Er übernimmt die zentrale Datenprüfung und -erfassung, führt Buch über die ausgestellten Bescheinigungen und archiviert die Unterlagen.

Zweitzertifizierung

Nach der Erstzertifizierung wird der Naturhopfen in Rechteckballen an die Verarbeitungswerke geliefert. Die Mitarbeiter zerstören beim Öffnen und Weiterverarbeiten die Siegelmarken der Erstzertifizierung. Aus dem Rohhopfen entstehen beispielsweise Pellets, Extrakt oder Hopfenpulver oder aufbereitete Hopfendolden. Voraussetzung für die Zertifizierung dieses veredelten Hopfens ist ein geschlossener Bearbeitungsprozess. Ein amtlicher Prüfer ist immer anwesend und hält in einem Kontrollbuch alle Ein- und Ausgänge fest. Mitarbeiter füllen den veredelten Hopfen – also Pellets, Extrakt, Hopfenpulver oder Hopfendolden – in Einzelpackstücke ab und verpacken diese in Kartons. Auf jedem Packstück ist die Warenbezeichnung, die Sorte und die Bezugsnummer der Zertifizierung angegeben.

Jede Hopfen-Partie wird mit einer Bescheinigung versehen, die folgende Angaben enthält:

  • Warenbezeichnung
  • die Bezugsnummer der Zertifizierung
  • das Eigengewicht und /oder Rohgewicht
  • das Anbaugebiet
  • Herkunfts- und Siegelbezirk
  • das Erntejahr
  • die Sorte
  • Ort und Zeitpunkt der Verarbeitung

Aus diesen Begleiturkunden geht beispielsweise auch hervor, ob das Hopfenerzeugnis aus Hopfen hergestellt wurde, der aus der EU oder den USA stammt.

Entwicklungen

In den letzten Jahren haben sich über die Anforderungen der Hopfenzertifizierung hinaus weitere Qualitätssicherungssysteme entwickelt: Dazu gehören zum Beispiel der kontrollierte Vertragsanbau (KVA) oder die einzelbetriebliche Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001, bei denen der Hopfenpflanzer u. a. alle Maßnahmen im Hopfengarten dokumentiert.

Gesetzliche Grundlagen

Folgende EU-Verordnungen sind relevant:

EU-Verordnung

  • des Rates über die gemeinsame Marktorganisation für Hopfen (VO [EWG] Nr. 1697/71)
  • der Komission über die Zertifizierung von Hopfen (VO [EWG] Nr. 174/77)
  • der Komission über die Einzelheiten der Zertifizierung von Hopfen (VO [EWG]Nr. 890/78)

Gesetzliche Vorgaben in Deutschland

Hopfengesetz vom 21. Oktober 1996:
Das Hopfengesetz enthält im Wesentlichen Ermächtigungen für die Länder, einzelne Regelungen im Zusammenhang mit der Zertifizierung zu treffen. Diese Regelungen treffen die Länder in ihren Verordnungen zur Durchführung des Hopfengesetzes.

In nachfolgendem PDF erhalten Sie graphische aufbereitete Informationen über die Hopfenzertifizierung:

Hopfenzertifizierung

Die Hopfensorten (internationale Sortenliste des IHB)

NEWS

Pflanzenschutzfachtagung 2015

Präsentation: Aktuelle Entwicklungen zu Lückenindikationen und zum integrierten Pflanzenschutz - Dr. Wolfgang Zornbach (BMEL)

Präsentation: Modellvorhaben Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz - Maria Lutz (LfL)

Präsentation: Pflanzenschutzprobleme und mögliche Lösungen im Hopfenbau - Laura Wörner (LfL)


55. Hopfenbaukongress des IHB in Deutschland

Economic Commission - Summary Reports 2015

Kongressprogramm vom 26.-31.Juli 2015



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Special Flavor Hops

Hops from Germany
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