Allgemeines

D E R H O P F E N

Botanik

Der Hopfen (Humulus lupulus) gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabinaceae). Er ist zweihäusig, das heißt, es gibt sowohl weibliche als auch männliche Pflanzen. Im Anbau befinden sich nur die weiblichen Hopfenpflanzen, da nur sie die lupulinhaltigen und aromareichen Hopfendolden haben. Männlicher Hopfen muß auf Grund einer Verordnung in den Hopfenanbaugebieten gerodet werden, damit keine Befruchtung stattfindet, denn der Samen befruchteter Dolden verhindert die gewünschte Schaumbildung beim fertigen Bier. Männlicher Hopfen findet nur in der Hopfenzüchtung zur Kreuzung Verwendung.

Hopfenpflanzen

Auf einem Hektar Hopfen werden je nach Sorte zwischen 3.600 und 4.500 Hopfenpflanzen angebaut. Ihre Lebensdauer beträgt bis zu 50 Jahren.

Sorten

Aus den Wildformen des Hopfens wurden in jahrhundertelanger Auslese die sog. Landsorten gezüchtet, die meist einen verhältnismäßig niedrigen Bitterstoffgehalt, dafür aber ein gutes Aroma haben. Neben diesen Aromasorten wurden durch Kreuzungszüchtung Sorten mit einem höheren Bitterstoffgehalt, aber meist einem geringeren Aroma gezüchtet. Diese Bitterstoffsorten haben einen Anteil von knapp 50 % der Hopfenfläche in den deutschen Anbaugebieten erreicht. Die Hüller Zuchtsorten haben ein gutes Aroma und einen hohen Bitterstoffgehalt. Sie zeichnen sich vor allem durch ihre Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten aus .Ein neuer Trend in der Hopfenzüchtung zielt bei den sog. Flavor-Hops darauf ab, neue Aroma- und Bitterqualitäten mit Fruchtaromen bei Hopfen zu erzeugen.

Gerüstanlagen

Die Gerüstanlage ist 7 m hoch. 165 Masten sind pro Hektar erforderlich. Das Netz aus Querseilen und Längsdrähten ist im Boden verankert. Die Anlage muß das Gewicht des Hopfens - bis zu 100 Tonnen je Hektar - bei jedem Wetter tragen.

Hopfenfechser

Der Hopfen wird vegetativ vermehrt. Aus Teilen des Wurzelstockes werden neue Jungpflanzen („Fechser") herangezogen. Sie kommen erst im dritten Jahr nach der Anpflanzung zur vollen Ausbildung und zum vollen Ertrag.

Wachstum

Anfang Mai wird der Hopfen per Hand an die Aufleitdrähte angeleitet. Nach 70 Tagen hat die Pflanze bereits die Gerüsthöhe von 7 m erreicht. Das bedeutet ein durchschnittliches Wachstum von 10 cm pro Tag. Unter günstigen Bedingungen kann das Längenwachstum an einem Tag bis zu 35 cm betragen.

Reife

Aus den Blüten („Anflug") im Juli werden bis Ende August die reifen Dolden, 5.000 - 10.000 Dolden pro Rebe.

Hopfenernte

Müßte der Hopfen noch von Hand gepflückt werden, so bräuchte der Durchschnittsbetrieb 120 Hopfenzupfer, um seine 13 ha Hopfen in 20 Tagen abzuernten. Insgesamt wären ca.200.000 Hopfenzupfer notwendig. Durch den Einsatz der Hopfenpflückmaschine schafft er das heute mit 5 Arbeitskräften in kürzerer Zeit.

Verkauf

Der Verkauf des Hopfens erfolgt über Erzeugergemeinschaften und Privathandel. 60 - 80 % einer Normalernte sind über mehrjährige Lieferverträge bereits vorabverkauft. Die Ernte im Bundesgebiet lag 2014 bei rd.38.500Tonnen (Hallertau: 33.200 Tonnen), davon werden 70 % in über 100 Länder der Welt exportiert. Der Durchschnittsvertragspreis aller Sorten lag bei ca. 4.-- Euro/kg

Arbeitsaufwand

Insgesamt sind zur Bewirtschaftung von 1 ha Hopfen bis zu 300 Arbeitskräftestunden notwendig. Vor 40 Jahren wurden noch 2.000 - 3.000 Stunden gebraucht. Diese Arbeitszeiteinsparung war möglich durch den Einsatz der Technik.

Ohne Hopfen kein Bier

Nach dem Reinheitsgebot von 1516, das heute noch in Deutschland gültig ist, darf zur Herstellung von Bier nur Malz, Hefe, Wasser und Hopfen verwendet werden. Von der gesamten Hopfenernte werden rd. 99 % zum Bierbrauen verbraucht. Wo auch immer das Bier gebraut wird und wie immer auch das Bier genannt wird, überall in der Welt ist Hopfen essentieller Bestandteil.

Inhaltsstoffe

Die im Hopfen enthaltenen Aromen (Öle und Harze) und Bitterstoffe (Alphasäure) verleihen dem Bier die angenehme Bittere, fördern die Schaumbildung und sind Voraussetzung für seine Haltbarkeit, ohne daß chemische Zusätze notwendig sind. Diese im Lupulin, dem gelben Pulver in der Hopfendolde, enthaltenen Inhaltsstoffe geben dem Bier den Hopfentypisch angenehmen Geruch und Geschmack.

Arzneipflanze

Hopfen ist in der Pflanzenheilkunde als Schlaf- und Beruhigungsmittel, vorwiegend als Hopfen-Baldrian-Kombination, bekannt. Der Inhaltsstoff Xanthohumol hat krebsvorbeugende Eigenschaften, hemmt das Wachstum von Tumorzellen oder tötet diese sogar ab. In 2007 wurde Hopfen zur Arzneipflanze des Jahres ernannt!

Hopfengabe

Für 100 Liter Bier werden im Durchschnitt ca. 100 g Hopfen benötigt. Die Erntemenge einer Hopfenpflanze reicht für 400 Liter Bier. Von einem Hektar wird Hopfen für ca. 15.000 hl Bier produziert. Erst der Hopfen macht das Bier zu dem charakteristischen Getränk, das von den Biertrinkern begehrt wird: angenehm bitter, vollmundig, schäumend und bekömmlich.

1100 Jahre Hopfenanbau in Deutschland

Bereits die Babylonier und Ägypter verwendeten Hopfen zur Bierherstellung. In Deutschland wird der Hopfenbau urkundlich erstmals um 860 erwähnt. Der Hopfenbau nahm besonders nach dem Erlaß des Reinheitsgebotes (1516) zu.

Die Anbaugebiete

Nur Hopfen aus einem anerkannten Anbaugebiet kann gesiegelt und damit verkauft werden. Die Gesamtfläche der Bundesrepublik Deutschland beträgt rd.17.900ha.

Mit 14.900ha Hopfenfläche ist die Hallertau nicht nur das größte deutsche Anbaugebiet (= 83 %) sondern der Welt. Die restlichen 17 % der deutschen Anbaufläche verteilen sich auf die Anbaugebiete Elbe-Saale (1.300 ha), Spalt (350 ha), Tettnang (1.200 ha) und Rheinpfalz/Bitburg (20 ha).

Geschützte geographische Angabe (g.g.A.)

Im Jahr 2010 erhielt der Hopfenpflanzerverband Hallertau e.V. und der Hopfenpflanzerverband Tettnang e.V. von der Europäischen Union die Erlaubnis, die im jeweiligen Anbaugebiet erzeugten Hopfen unter dem bekannten Herkunftszeichen geschützte geographische Angabe (g.g.A.) "Hopfen aus der Hallertau" bzw. "Tettnanger Hopfen" zu bewerben.

Die Hopfenbauern

Aktuell gibt es im Bundesgebiet 1.200Hopfenbaubetriebe. Vor 20 Jahren waren es noch über 5.000. Wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit stellen jährlich etwa 50 Bauern den Hopfenbau ein. Die verbleibenden Betriebe dagegen vergrößern ihre Hopfenfläche, um auf dem internationalen Markt konkurrenzfähig zu bleiben. Der Durchschnittsbetrieb hat heute 15 ha Hopfen. Vor 20 Jahren waren es 4 ha. In der Hallertau gibt es zur Zeit rd. 950 Betriebe mit einer Durchschnittsfläche von 16 ha Hopfen.

NEWS

Pflanzenschutzfachtagung 2015

Präsentation: Aktuelle Entwicklungen zu Lückenindikationen und zum integrierten Pflanzenschutz - Dr. Wolfgang Zornbach (BMEL)

Präsentation: Modellvorhaben Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz - Maria Lutz (LfL)

Präsentation: Pflanzenschutzprobleme und mögliche Lösungen im Hopfenbau - Laura Wörner (LfL)


55. Hopfenbaukongress des IHB in Deutschland

Economic Commission - Summary Reports 2015

Kongressprogramm vom 26.-31.Juli 2015



Pocket-Guide German
Special Flavor Hops

Hops from Germany
(pocket-guide)

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'Hops from Hallertau'


Die aktuelleste Sortenmappe in PDF Format:

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